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Jagdgebrauchshundverein Aachen e.V.
Jagdgebrauchshundverein Aachen e.V.

Vom Welpen zum Junghund

 

Immer wieder muss ich feststellen, dass Führer mit ihren komplett unvorbereiteten Hunden am Führerlehrgang zum Jagdgebrauchshund teilnehmen.

 

Die ersten 3 bis 4 Monate sind dabei von herausragender Bedeutung.
Man stelle sich vor, ein wohl gezüchteter und hoch veranlagter Hund habe bis zum 10. oder 11. Lebensmonat, noch kein Stück Wild kennen gelernt. Noch schlimmer, er war noch nie mit seinem Führer im Revier. Alles Weitere können Sie sich bestimmt denken.

 

Hier einige Anhaltspunkte und Ausbildungshilfen, welche ich bei unseren Junghundekursen den Führern an 5 Übungstagen versuche zu vermitteln.

 

Die Ausbildung des Welpen bzw. Junghundes ist fließend und gliedert sich gemäß Carl Tabel in vier Zielbereiche.

  1. Sozialverhalten gegenüber Artgenossen und Menschen
    Der Welpe lernt spielerisch den Umgang mit Artgenossen und Menschen. Aggressionstrieb und Unterwürfigkeit finden dabei zur individuellen Ausgeglichenheit und Wesensstabilität.
  2. Unter bzw. Einordnung in die Rudelgemeinschaft
    Der Welpe sucht und findet seinen Platz in der Hierarchie seines „Rudels“. Er muss lernen die Führungsrolle seines Herrn zu akzeptieren und sich dieser eindeutig unterzuordnen. Dominanz ist in erster Linie eine Frage der Einstellung. Unser Hund muss davon überzeugt sein, dass wir, nicht er, in allen Lebenslagen die dominante Position einnehmen. Bedenken Sie, dass nur auf der Grundlage einer eindeutig geregelten Rangfolge eine Erziehung Erfolg haben kann.
  3. Entspanntes Verhalten in der künstlichen zivilisatorischen Umwelt
    Der Welpe muss lernen, sich in der für ihn künstlichen Umwelt zwanglos zu bewegen und aufzuhalten.
  4. Wecken und Fördern von jagdlichen Anlagen
    Die Förderung der jagdlichen Anlagen des Welpen und Junghundes ist ein Schwerpunkt auf dem Wege zum qualifizierten Jagdgebrauchshund.

Dieser vierte Schwerpunkt soll Kernpunkt  dieser kurzen Anleitung sein.

 

Beschäftigen Sie sich so oft wie möglich mit ihrem Hund. Bauen Sie beim Ausgehen, Füttern und Spielen eine vertrauensvolle Bindung zu ihrem neuen Familienmitglied auf. Sollte sein Platz im Zwinger sein, nehmen Sie ihn täglich einige Male kurz ins Haus. Der Hund darf auf keinen Fall im Zwinger versauern.

 

Der Junghund braucht täglich seine ausgiebige Bewegung. Dies ist für seine Ausdauer und sein Wachstum unerlässlich. Besonders gefordert wird er beim Spiel mit Artgenossen. Nirgends anders, kann der Junghund seine Kräfte besser messen. Zudem ist dies sehr wichtig für seine Sozialisierung.

Die täglichen Reviergänge sollten im Mittelpunkt stehen. Allerlei neue Eindrücke wird er von Tag zu Tag in sich aufnehmen, besonders mit seinem wertvollsten Sinnesorgan, mit seiner Nase.

Das Ausführen sollte erst in möglichst wildfreien Revierteilen erfolgen.

Bei den täglichen Reviergängen lassen Sie den jungen Hund kein Wild hetzen. Sollte es doch einmal geschehen strafen Sie ihn nicht wenn er zurückkommt.

Gehen sie nicht nur auf den Wegen sondern auch durch schwieriges Gelände. Gehen sie quer durch die Botanik. Auch bei dem unterschiedlichsten Bewuchs oder anderen Hürden wird er lernen Ihnen zu folgen.

Üben Sie täglich mit der Reizangel. Die Reizangel ist eins der tollsten Ausbildungs-hilfen die wir kennen. (Nicht nur für Vorstehhunde).

Gewöhnen Sie schon den Welpen an Wild: Jedoch nur kaltes Wild.
z. B. Kaninchen, Elster, Fuchs, Marder, Krähe, Taube usw. praktisch alles Wild welches gerade zur Verfügung steht.

Geben Sie keine Kommandos, die der Junghund erst bei der späteren Ausbildung, verstehen und zu befolgen lernt.

Bei warmem Wetter erfolgt ab etwa dem dritten Monat schon die Gewöhnung ans Wasser. Hier sollte der Führer mit ins Wasser gehen. „Bodo“ wird Ihnen, bei der vorher beschriebenen aufgebauten festen Bindung, gerne folgen.
Wichtig! Kein Zwang und keine Ablenkung durch andere Personen oder Hunde.

 

Die Futterschleppe ist eine hervorragende Übung zur Vorbereitung auf spätere Aufgaben. Die Gangart soll jedoch sehr langsam und konzentriert sein. (Langsames Schritttempo). Sie werden erstaunt sein, wie nach kürzester Zeit der „Azubi“ Fortschritte macht.

 

Arbeiten sie „Bodo“ ebenfalls auf der Führerfährte. Die Führerfährte begreift „Bodo“ sehr schnell als Orientierungshilfe zum Wiederfinden seines verlorengegangenen Rudelführers.

 

Sollten ich Ihr Interesse geweckt haben rufen Sie mich an oder kontaktieren Sie unsere Geschäftsstelle

 

Rolf Kuckelkorn

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