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Tiermedizin und Infos für Ihren Vierbeiner

Zunehmende Ausbreitung der Aujeszkyschen Krankheit und der Brucellose

Aachen, Dezember 2020

 

Das Veterinäramt warnt vor der Ausbreitung der beiden Krankheiten in den Revieren der Städteregion als auch in der Stadt Aachen.
Wichtig ist der Schutz unserer Jagdhunde im Zusammenhang mit der Aujeszkyschen Krankheit und in beiden Fällen das Einhalten von Hygienemaßnahmen beim erlegten Stück.

 

 

Laut Dr. Heyde vom Veterinäramt der Städteregion Aachen wurden bei 10 – 20 Prozent der, aus der Eifel eingereichten Schweißproben, die Aujeszkysche Krankheit nachgewiesen. Aber sie grassiert nicht nur im Süden der Städteregion, bereits in Revieren der Stadt Aachen wurde sie bei Schweißproben festgestellt.

Die Krankheit ist für Menschen nicht ansteckend und damit ungefährlich. Für unsere Jagdhunde stellt sie jedoch eine tödliche Gefahr dar.

Die Erkrankung wird von Wildschweinen über Nasen-, Rachen- und Bronchialsekrete übertragen. Hier handelt es sich um Herpesviren, die bei Säugetieren Gehirn- und Rückenmarksentzündungen auslösen.

Nach einer Inkubationszeit von ein bis vier Tagen zeigen sich Übelkeit, Hecheln und starker Speichelfluß. Der Hund wirkt apathisch, schreckhaft, auffallend durstig und zeigt sehr oft starken Juckreiz, der starkes und anhaltendes Kratzen (blutige Lefzen) sowie an erreichbaren Stellen (z.B. Pfoten) Aufbeißen der Haut auslöst, u. U. bis zur Selbstverstümmelung. Angriffslust besteht nicht. Der erkrankte Hund stirbt meist innerhalb von 24 Stunden. Zuckungen, besonders im Bereich der Kopfmuskulatur, Stöhnen und Pupillenerweiterung zeigen den nahen Tod an. Eine vorbeugende Impfung ist nicht möglich, eine Behandlung stets erfolglos.

 

Aber nicht nur Aujeszky mahnt uns zur Vorsicht und Hygiene. Auch die Anzahl der positive Schweißproben mit Brucellose nehmen zu.
Bei der Brucellose handelt es sich um eine Zoonose, die durch Infektion mit Bakterien der Gattung Brucella erworben wird.
Die Ansteckung ist möglich über den Kontakt mit infiziertem Tierkot und vor allem über den Konsum unpasteurisierter Milch, Rohmilchprodukte und Rohfleischprodukte. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung kann in seltenen Fällen auch durch das Stillen erfolgen. Der Erreger kann ebenfalls über die Schleimhäute in den Körper gelangen (Atmungs- und oberer Verdauungstrakt), dies kann beim Umgang mit erlegtem Wild erfolgen.
Bei akuten Verläufen beträgt die Inkubationszeit zwischen zwei und drei Wochen, bei latenten Erkrankungen können mehrere Monate bis zum Krankheitsausbruch vergehen.
Hauptsächliche Symptome sind Nachtschweiß, Schüttelfrost und Übelkeit; das Fieber ist von fieberfreien Intervallen unterbrochen. Neben Leber- und Milzschwellungen treten häufig auch Gelenks- und Knochenentzündungen auf.

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